Schwitzhütte


Ein äußerlich wenig attraktives, dafür aber sehr vielseitig verwendbares und sehr preiswertes Ausrüstungsteil ist für mich immer die Bauplane gewesen. Was man damit alles zustande bringen kann, werdet Ihr während der nächsten Monate bei anderen Tipps an dieser Stelle noch erfahren. Man erhält die Planen in verschiedenen Größen in den Baumärkten. Sie sind aus Kunststoff, faserverstärkt und wasserdicht. Die Kanten haben Metallösen. Eine Plane von 3x4 m kostet etwa 15 Euro. Heute machen wir uns damit eine Schwitzhütte. Unsere transportable Sauna gewissermaßen. Ordentlich schwitzen und danach kalt baden. Um diesen Effekt zu erreichen, baut man sie an einem Gewässer. Ist es zugefroren, hackt man sich an flacher Stelle ein Loch ins Eis. Eine solche Kur stärkt euren Kreislauf und macht immun gegen Erkältungen. Zunächst braucht ihr 6 bis 8 lange, gerade Holzstangen von ungefähr 4 Metern Länge. Außerdem benötigt ihr 2 Beutel Holzkohle oder Holzkohle-Briketts, viele kopfgroße Steine, einen Topf voll Wasser, eine Leiter und dicke Handschuhe, um im Notfalle die heißen Steine anfassen zu können. Ihr sucht einen Baum, der in 3 Metern Höhe einen quer abstehenden Ast hat. Wo der Ast aus dem Stamm ragt, lehnt eure Stangen an. Und zwar so, dass sie unten einen Kreis von etwa zweieinhalb Metern Durchmesser bilden und oben vor dem Stamm eine gemeinsame Spitze. Über die Stangen werft ihr die Bauplane. In diesem Falle ist es gut, die allergrößte zu nehmen oder zwei kleinere, damit man sie doppelt über das Ästegestell wickeln kann. Die Luft zwischen den Planen ist ein wichtiger Isolator. Falls Ihr alte Zeitungen habt, legt sie dazwischen. Sie erhöhen die Isolation um ein Mehrfaches. An der Spitze der Hütte lasst ein faustgroße Öffnung. Unten am Boden dichtet ihr alles mit Erdreich, Steinen oder Schnee gut ab, damit sich unter der Plane keine kalte Luft einschleichen kann. Am Eingang müssen die Planen reichlich überlappen, damit beim Rein- und Rausgehen nicht unnötig viel Kälte hineingelangt. In der Mitte der Sauna formt ihr einen Kreis aus den dicken Steinen. Er kann 60 Zentimeter Außendurchmesser haben. Darin entzündet ihr ein kleines Holzfeuer. Einer der Teilnehmer sollte für das Feuer verantwortlich bleiben. Er passt auf, dass nicht gleich die ganze Hütte abgefackelt wird. Also: Flammen klein halten. Sie dürfen nie die Plane berühren! Während des Feuermachens lasst den Eingang noch offen, damit genügend Sauerstoff an die Flammen gelangt. Wenn das Holz gut brennt, schüttet die zwei Beutel Holzkohle darauf. Verteilt sie gleichmäßig und fächelt ihnen Luft zu, damit die Glut sich ausbreitet. Wartet, bis alles schön glühend ist. Dann arrangiert eure Sitzplätze. Zum Beispiel auf einem zusammengefalteten Handtuch. Schließt die Hütte und genießt die Hitze. Seid immer auf der Hut, damit ihr nie in Kontakt mit den glühenden Steinen kommt. Ihr könnt den Schwitzeffekt immer wieder verstärken, wenn ihr tassenweise Wasser auf die glühenden Steinen kippt. Wenn ihr die Hitze nicht mehr aushaltet, begebt euch ins kalte Wasser. Ihr werdet staunen, wie lange ihr es dort aushaltet. Wenn ihr abgekühlt seid, beginnt die zweite oder dritte Runde. Bis ihr keinen Bock mehr habt.